Der 11.000km lange Great Western Loop ist ein Wettlauf gegen den Winter. Die Zeit für die Überquerung der 4.000m hohen Rocky Mountains und der Sierra Nevada ist begrenzt, denn der nahende Winter droht wichtige Bergpässe zu verschließen. Zwischen diesen Gebirgen, liegen die trockenen Wüsten Arizonas und Kaliforniens, die Bärengebiete Montanas und zahlreiche Nationalparks, die in den wenigen Sommermonaten überwunden werden müssen.


Nie zuvor hat ein Mensch, dieses Abenteuer gegen den Uhrzeigersinn gewagt.
Ein Traum – wagemutig, vielleicht sogar ein wenig verrückt. Und einer, der zunächst unter keinem guten Stern steht.
Nach dem Abbruch durch Covid sitze ich 2020 wieder in meinem Kinderzimmer. Zurück am Anfang. Umgeben von Zweifeln, von gut gemeinter Kritik, von Stimmen, die fragen: „Ist das wirklich der richtige Weg?“
Doch genau in diesem Moment, zwischen all diesen Stimmen, taucht eine viel wichtigere Frage auf:
Wie viel bedeutet mir dieser Traum wirklich?


Und noch entscheidender: Wofür bin ich bereit zu kämpfen?


In meinen 222 Tagen in der amerikanischen Wildnis verlor ich u.a. 15 kg durch eine Giardia-Infektion. Ich hing mit meinem Leben an einer Eisaxt und durchquerte mehr als 100km Wüste ohne eine einzige Wasserquelle. Ich wurde von der Polizei aufgegriffen, von einem Fluss umgerissen und begegnete Bären, Berglöwen und Wölfen.


Mit Niels Rabe www.justagermanhiker.com